Allgäuer Brauchtum in Oberstaufen - lebendig und authentisch
Das Brauchtum im Allgäu ist lebendig und authentisch. Das kannst Du vor allem am „Fasnatziestag“ in Oberstaufen erleben: Trachten, Musik, Tanz und Fahnenschwingen fügen sich zu einem besonderen Tag. Im Museum „beim Strumpfar“ kannst Du Dir ein Bild von der Allgäuer Handwerkskunst und des bäuerlichen Lebens machen.
Der „Fasnatziestag“ – ein hoher Festtag in Oberstaufen
Wer am Faschingsdienstag in Staufen ist, wird keine bunten Faschingskostüme sehen, stattdessen ziehen Trachten, Fahnenschwinger und eine seltsame Gestalt – der Butz – im Ort umher. Die Staufener gedenken an diesem Tag einer besonders schweren Zeit in ihrer Geschichte als die Pest schrecklich wütete. Als Zeichen seines Beistandes übergab Graf Hugo von Königsegg 1635 seinen Untertanen eine Flagge und bestimmte, dass die Fahne jedes Jahr am Faschingsdienstag in einem Umzug durch den Ort zu tragen sei. Der Fasnatziestag hat einen festgelegten Ablaufplan:
- Umzug mit Fahne, begleitet von einem kehrenden Butz – der Narrengestalt Oberstaufens.
- Feierlicher Festakt vor der Kirche: Gedenken an die Fahnenstiftung
- Gemeinsames Mittagsmahl und Tanz in den Gasthäusern
- 15 Uhr Ma- und Wibertour: Zug von Burschen und Mädel durch den Ort.
- Butzsterben
Ausflug in die Tradition – das Museum „beim Strumpfar“
In einem der schönsten Bauernhäuser des Ortes ist das Heimatmuseum untergebracht. Hier kann man sehen, wie die Oberstaufener früher gelebt und gearbeitet haben. Die mächtigen Daunenkissen und bemalten Schränke im Gaden – dem Schlafzimmer – machen die bäuerliche Lebenswelt greifbar. Eine Strumpfwirkerei, ein Kurzwarenladen, eine Käserei und eine Schnapsbrennerei – das ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Handwerkskünste, die es im Museum zum Kennenlernen gibt. Nostalgischen Charme verbreiten die kunstvoll gekleideten Puppen und die antike Eisenbahn.
Trachten - Lebendige Gegenwart in historischer Kleidung
Für die Oberstaufener sind Trachten keine Museumsstücke – sondern Teil der Gegenwart. Die Tracht geht zwar auf historische Vorbilder zurück, wurde aber den modernen Anforderungen angepasst. Die Männer tragen schwarze Filzjacken mit Silberknöpfen, die Oberstaufener Frauen erkennt man an der langen, roten Seidenschürze und der goldbestickte Radhaube. Es gibt aber auch eine alpenländisch angehauchte Variante der Tracht mit Gamsbarthut, kurzer Leserhose und Dirndl. Die Trachtenträger sind in zahlreichen Gruppen organisiert, die sich der Pflege des Brauchtums verschrieben haben. An Tanzvorführungen und Konzerten, aber auch an hohen Feiertagen – die Staufner holen ihre Tracht regelmäßig aus dem Schrank.





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