Wandern in den Farben des Herbstes

Der Herbst im Allgäu – die schönste Zeit des Jahres in den Bergen?!

Die vier Jahreszeiten

am 12.10.2018 von Andrea Traubel

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kühler und das Laub beginnt sich langsam zu färben - der Herbst ist da! Für den ein oder anderen die schönste Zeit im Jahr. Wie ist das bei mir? Welche Jahreszeit genieße ich daheim in den Bergen am meisten?

Der Allgäuer Winter

Als geborenes Dezemberkind wurde mir die Liebe zum Winter wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt. Hinzu kommt, dass das Skifahren, Tourengehen und auch Langlaufen zu meinen großen Leidenschaften gehören. Die heimatliche Landschaft unter einer dicken Schneedecke, meterhohe Schneeberge links und rechts der Straßen und möglichst viele "Powdertage" am Hochgrat und rund um die Nagelfluhkette - da kommt - bei mir zumindest - riesen Freude auf. Ein Winter ohne Schnee wäre für mich jedenfalls kein echter Winter.

Frühlingserwachen im Allgäu

Dann folgt der Frühling und die Natur erwacht. Das fröhliche Vogelgezwitscher am Morgen und die warme Frühlingssonne locken nach draußen. Die letzten Schneereste auf den Hängen rund um den Ort schmelzen ab und das Wasser in den Bächen plätschert lustig dahin. Jetzt beginnt die Zeit der Krokusse auf dem Hündle - ein riesiger Teppich aus blauen Krokusblüten leuchtet bei Sonnenschein für wenige Tage um die Wette. Im Frühjahr schwinge ich mich gern aufs Bike und erkunde die nahe Umgebung, das Westallgäu bis hinunter zum Bodensee, wo die Vegetation schon ein ganzes Stück weiter ist. Die alpinen Wege im Allgäu brauchen dagegen noch ein paar Wochen, bis man wieder schneefrei und sicher auf und über die höchsten Gipfel gelangt.

Allgäuer Sommerfrische

Wenn der Sommer Einzug hält mit seinen herrlich langen Tagen, wenn luftige Kleidung mit leichtem Rucksack für eine Bergtour ausreichen und auf den Alpweiden wieder das Jungvieh mit seinem Schellengeläut zu hören und sehen ist, dann genieße auch ich den Allgäuer Bergsommer in vollen Zügen. Übrigens: Oberstaufen ist mit seinen mehr als 160 Alpen das größte zusammenhängende Alpgebiet in Bayern - man sagt gar im gesamten Alpenraum - eine stolze Zahl! Hin und wieder gibt es jetzt ein Bad unterm Wasserfall oder ein Sprung in den Alpsee - so lassen sich auch heiße Sommertage wunderbar aushalten. Und ein Sonnenauf- oder untergangserlebnis in den Bergen steht meist mehrmals im Jahr auf meiner To-Do-Liste. Das sind für mich geschenkte Momente, die man sich nicht erkaufen kann!

Der Herbst kündigt sich an

Spätestens Ende August ziehen morgens schon die ersten Nebelschwaden durch die Täler und kündigen die dritte Jahreszeit an. Das Laub verliert nach und nach seine grüne Farbe und die Temperaturen kühlen wieder auf (für mich) angenehme Grade ab. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis die Laubwälder gänzlich in einem warmen Rot- Gelb- und Braunton erstrahlen - der Indian Summer zieht auch im Allgäu ein. Dazu eine frische und klare Luft, die mir Gesundheit vermittelt und die auf den Bergen zudem fantastische Fernsichten bietet. Die markanten Felsen und Faltungen der Nagelfluhkette kommen im sanften Herbstlicht besonders zur Geltung. Noch haben die Berghütten geöffnet und nach einer Berg- oder Biketour schmeckt so manche Hüttenleckerei gleich zweimal gut. Nach dem Viehscheid im September wird es dann wieder still in den Bergen. Die Hirten übergeben ihr Jungvieh deren Besitzer im Tal. Die Gatter und Übergänge auf den Alpwegen werden wieder geöffnet und Biketouren machen gleich noch mehr Spaß. Die Obheiter-Tage im späteren Herbst sind ein weiteres Privileg der Heimat. An solchen Tagen hängt in den Tallagen oft dichter Nebel, während auf den Bergen die Sonne scheint und aufgrund von Inversionslage warme Temperaturen herrschen (Obheiter = oben heiter).

Das Fazit

Und welche der vier Jahreszeiten ist nun die Schönste in den Bergen? Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich ist es tatsächlich der Herbst, den ich jetzt - am Ende meiner Beschreibungen - ein klein-wenig favorisiere. Vielleicht aus den oben genannten Gründen und weil ich die extremen Temperaturen von Sommer und Winter nicht besonders vertrage. Vielleicht aber nur deshalb, weil es die Zeit ist, die jetzt bevorsteht und ich mich eigentlich immer wieder auf die nächst folgende Jahreszeit freue…

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