Liebe zum Detail - die Kranzrind-Krone

Viehscheid-Brauchtum: Kreuz, Spiegel und Naturmaterialien

Viehscheid-Brauchtum: Kreuz, Spiegel und Naturmaterialien

am 08.09.2020 von Katharina Klawitter

Der September steht normalerweise für eines im Allgäu: den Viehscheid. Doch auch wenn in diesem Jahr alles anders ist, so bleiben die Traditionen und das Brauchtum rund um die "fünfte Allgäuer Jahreszeit" bestehen und werden von Generation zu Generation weitergegeben. So auch das Binden der Krone für das Kranzrind.

Bekanntlich führt beim Alpabtrieb ein prächtig geschmücktes Kranzrind die Herde an, sofern der Alpsommer für Hirten und Vieh ohne Verlust waren. Andrea Kraft von der Moosalp in Thalkirchdorf fertigt seit vielen Jahren in mehrstündiger Handarbeit die Krone für das Kranzrind.

Neben verschiedenen Naturmaterialien wie Hagebutten, wilder Majoran, Schafgarbe, Erika sowie Moos, verarbeitet sie auch einen Spiegel bei ihrem besonderen Gebinde. Neben dem Kreuz, das fester Bestandteil an der eisernen Krone ist, sollen diese beiden Beigaben Segen bringen und den bösen Blick der Geister abwehren. Damit der Kranz angenehm auf dem Kopf des Rindes platziert werden kann, verwendet sie auf der Unterseite viel Moos und Weißtanne. Ansonsten mag sie die Kranzrind-Krone besonders farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail geschmückt. Schließlich soll das Rind, dem die besondere Ehre zu Teil wird die Herde anzuführen, besonders prächtig ausschauen - die Kranzrinder sind beim Viehscheid immer besonders beliebte Fotomotive und "die Stars" bei dem traditionellen Spektakel.

Obwohl es von Ortschaft zu Ortschaft kleine Unterschiede für das Schmücken der Kranzrinder gibt, werden bei der alljährigen Kranzrind-Prämierung die schönsten davon gekürt. Andrea sitzt als gelernte Floristin selbst in der Jury. Von Jahr zu Jahr fällt die Vorauswahl den Mitgliedern immer schwerer. Die Fertigkeiten und Mühen der einzelnen Alpen werden jährlich schöner und größer. Dennoch freut sich Andrea jedes Jahr aufs Neue das handwerkliche Geschickt und das Aussehen der Kronen zu honorieren. Die finale Entscheidung obliegt den Lesern der Allgäuer Zeitung, die den finalen Sieger-Kranz küren.

Rund um den Viehscheid gibt es zahlreiche Traditionen und die Hirten sind stolz auf das gepflegte und gelebte Brauchtum rund um den Alpsommer und den Alpabtrieb.

Neugierig geworden?
Das gesamte Interview mit Andrea findest Du in der aktuellen Ausgabe des Oberstaufen MAGAZINs (September-November 2020).

Allgäuer Brauchtum zum Viehscheid: die Kranzrind-Krone

Viehscheid 2020 ist abgesagt - die Termine für 2021 stehen aber bereits fest

Aufgrund der aktuellen Lage sind die beiden Viehscheide in Oberstaufen und Thalkirchdorf für 2020 abgesagt. Auch die traditionellen Zeltfeste finden dieses Jahr nicht statt. Wenn Du Dir das Brauchtum aber nicht entgehen lassen willst, kannst Du bereits Dein Bett für nächstes Jahr buchen, denn die Viehscheid-Termine für 2021 stehen fest!

Unterkunft suchen


Lust auf News?


Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.
Anmelden

Impressionen Kranzrind-Krone schmücken

Das könnte Dich auch interessieren

Der Alphornbauer bei der Arbeit

"Uriger Klang und weiches Echo" - Gespräch mit Alphornbauer Josef Wagner

Mehr erfahren
Mein Oberstaufen
Käsekeller - hier lagert der Käse mehrere Monate

Alltag auf der Sennalpe in Oberstaufen

Mehr erfahren © Oberstaufen Tourismus
Mein Oberstaufen
Heidi Biebl 2018 (c) Sieglinde Hankele - KWA

Oberstaufens Skistar erinnert sich an größten Triumph vor 60 Jahren

Mehr erfahren © Sieglinde Hankele - KWA
Mein Oberstaufen
Klausen und Bärbele vom Schellekneacht e.V. Oberstaufen

Traditionelles Bärbele- und Klausentreiben

Mehr erfahren © Schellekneacht e.V. / Martin Hehle
Mein Oberstaufen
Nachricht versenden

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.