Die Schrothpackung wird von einer ausgebildeten Packerin ausgeführt

Im Gespräch mit Schrothkur-Packerin Marianne über einen Beruf, den es nur in Oberstaufen gibt

Vier Säulen und feuchtkalte Wickel in Oberstaufen

am 10.06.2020 von Katharina Klawitter

Leise klopft es an der Tür, der Geruch von Kräutern umspielt die Nase und ein sanftes „Guten Morgen“ weckt den noch müden Geist. So beginnt der Morgen für viele Gäste in Oberstaufen. Denn sie machen eine Original Oberstaufener Schrothkur. Oberstaufen ist über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt für seine Kompetenz in Sachen Gesundheit und erstklassigen Wellnesshotels. Die wohl bekannteste Kur ist die Schrothkur.

Seit über 70 Jahren steht das Naturheilverfahren nach Johann Schroth für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Schrothkur wirkt mit ihren vier Säulen – Schroth´sche Ernährung, Schroth´sche Packung, Schroth´sche Trinkverordnung sowie Ruhe und Bewegung – als moderne „Detox Kur“. Sie verhilft dem Körper angesammelte überschüssige Säuren, Stoffwechselrückstände und Schadstoffe über Haut, Niere, Lunge und Darm vermehrt auszuscheiden.

Die wohl gewöhnungsbedürftigste Säule der Schrothkur ist bei Neulingen die morgendliche Packung in feuchtkalten Laken. Während die Packung sich anfangs ungewohnt anfühlt, wird sie im Laufe der Kur meist zu einem bewusst wahrgenommen und angenehm empfundenen Entgiftungsprozess. Das Schönste an der Schroth´schen Packung? Die Nachruhe. Ein Gefühl wie im siebten Himmel und man fühlt sich unheimlich leicht und sauber.

Das wollen wir genauer wissen und fragen bei Jemandem nach, der sich damit bestens auskennt: Schrothkur-Packerin Marianne Knapp.

Marianne, wie kam´s, dass Du Schrothkur-Packerin geworden bist?
Marianne: Ich habe vor über 20 Jahren als Zimmermädchen in einem Hotel in Steibis gearbeitet. Wenn ich meine Schicht morgens begonnen habe, ging die der Packerin zu Ende. Wir kamen ins Gespräch und ich habe mich immer mehr für die Tätigkeit der Packerin interessiert. Kurze Zeit später fand ein „Packerkurs“ statt und ich habe mich angemeldet. Nach der bestandenen Prüfung habe ich als Aushilfe und Urlaubsvertretung gearbeitet. Vor 18 Jahren habe ich mich dann komplett für den Packerberuf entschieden und den Staubwedel gegen feuchte Laken getauscht.

Die Packungen finden in den frühen Morgenstunden statt. Wie gestaltet sich Dein Arbeitsalltag?
Marianne: In der Regel komme ich gegen drei Uhr morgens ins Hotel und besorge mir in der Waschküche die „berühmt-berüchtigten“ Laken für die Packung (schmunzelt). Dann bringe ich dem „Schrothler“ seinen Kräutertee – und wer möchte ein Stück Schroth-Zwieback. Dann schnappe ich mir mein vorbereitetes „Körberl“ mit allen benötigten Utensilien für die Packung, wie die feuchtkalten Laken, Wärmflaschen, flauschige Handtücher für die Kopf- und Halswickel und die Notrufklingel. Dann gehe ich erneut in das Zimmer und dank der Routine gehen die folgenden Handgriffe recht zügig von statten: das Bettzeug kommt auf die Seite, dann lege ich das Packerbett auf die Matratze, eine Wärmflasche platziere ich in Rückenhöhe, lege zwei Moltons darauf und dann das feuchtkalte Laken. Sobald der Gast wieder im Bett liegt, schlage ich Schicht für Schicht um den Körper. Dann kommen weitere Wärmflaschen auf bzw. unter den Körper bevor ich das Bettzeug und eine Wolldecke als oberste Schicht platziere. Zum Schluss gibt´s noch ein flauschiges Handtuch um den Kopf, damit die Wärme nicht über diesen verloren geht. So eingepackt bleiben die Kurgäste circa zwei Stunden liegen. Sind alle Gäste in der Packung bleibt meist noch Zeit, um Vorbereitungen für den nächsten Tag oder neuanreisende Schrothkur-Gäste zu erledigen. Beispielsweise die Packerbetten überziehen. Anschließend geht es wieder ans Auspacken. Während die Gäste nach der Packung noch das angenehme Gefühl der Nachruhe genießen, fallen für mich die letzten Aufräumarbeiten an. Gegen sechs oder halb sieben Uhr morgens habe ich dann Feierabend.

Während der Packung setzt das bekannte Heilfieber ein, korrekt?
Marianne: Ganz richtig! Sich am Anfang in die Packung zu legen, kostet teilweise ein wenig Überwindung. Vor allem beim ersten Mal. Nach einem kurzen Frösteln im feuchtkalten Laken, beginnt der Stoffwechsel mit der Produktion von Wärme. Der Blutdruck steigt und die Atmung wird vertieft. In der letzten Phase der Packung setzt das Heilfieber ein. Die Körperinnentemperatur steigt um ein bis zwei Grad. Die körpereigenen Abwehrstoffe werden aktiviert und mit dem Schweiß werden Stoffwechselrückstände und Schadstoffe über die Haut ausgeschieden.

In all den Jahren hat sich bei Dir eine Routine entwickelt. Betrifft das auch Deinen Schlafrhythmus?
Marianne: Das frühe Aufstehen macht mir kaum noch etwas aus. Ich sollte allerdings öfters früher ins Bett gehen, als ich es tatsächlich tue (lacht). Wenn ich gegen sieben oder halb acht morgens heimkomme, schaue ich, dass ich mich nach einem kurzen Frühstück noch für zwei bis drei Stunden schlafen lege. Probleme beim Einschlafen habe ich meist keine und wenn doch, dann mach ich´s wie meine Schrothler und lege mir eine Wärmflasche in den Rücken. Gegen späten Vormittag beginnt dann mein Alltag mit Haushalt und meinen Hobbys. Wenn ich vor dem Schlafengehen zu aktiv bin, wird´s schwer nochmal zur Ruhe zu kommen.

Was magst Du besonders gerne an deinem außergewöhnlichen Beruf als Schrothkur-Packerin?
Marianne: Das Miteinander mit den Gästen. In der Regel begleite ich diese für zwei- oder gar drei Wochen und wir sehen uns fast täglich. Nur sonntags haben sie Ruhe vor mir, da gibt´s nämlich keine Packung (lacht). Einige Stammgäste kenne ich zudem schon seit Jahren. Ich genieße den Kontakt und den Austausch mit den Gästen, natürlich immer vorausgesetzt, dass Sie trotz der frühen Stunde Lust auf ein kurzes Schwätzchen haben. Als meine drei Kinder noch jünger waren, hat sich mein Packerberuf super mit Familie und Kinder unter einen Hut bringen lassen. War ich beim Packen, war mein Mann Zuhause und als er zur Arbeit ging, war meine schon beendet. Mit meinen Packer-KollegInnen treffe ich mich ab und an und organisieren hierfür einen Packerstammtisch. Hier werden dann Neuerungen besprochen, die sich im Schrothverband Oberstaufen e.V. entwickeln. Ich bin als Vorsitzende der PackerInnen sozusagen das Bindeglied zwischen Vorstand und den Kollegen an der Front. Der Austausch mit meinen „Mitstreitern“ macht mir daran besonders Spaß.


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