Blume des Jahres 2020: der Fieberklee

Loki Schmidt Stiftung will auf die Bedeutung der Moore für Klima, Natur und Mensch hinweisen

Blume des Jahres 2020: der Fieberklee

am 29.06.2020 von Barbara Geißler

Die Heimat des Fieberklees, die Blume des Jahres 2020, sind feuchte Wiesen, Moore und Sümpfe. Natur- und Landschaftsführer Theo weiß genau wo in der Oberstaufener Umgebung die Heilpflanze zu finden ist und nimmt Euch mit auf eine kleine Entdeckungstour.

Während der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 bis 12.000 Jahren war das Gemeindegebiet von Oberstaufen von einer rund 200 Meter hohen Schnee- und Eisschicht bedeckt. Nach der Schmelze sind an vielen Stellen sogenannte "Todeislöcher" und nacheiszeitliche Seen entstanden. Diese haben sich im Laufe der Jahrhunderte verlandet, sprich sind zugewachsen, und haben somit die heutigen Moore entstehen lassen.

Und genau in solchen Gebieten wächst der Fieberklee - die Blume des Jahres 2020. Diese Sumpfblume hat hohle Stängel und Blattspiele und versinkt daher nicht im Wasser. Von Ende April bis Juni öffnen sich die zarten, weißen Blüten und bieten vor allem Hummeln eine gute Nahrungsquelle. Die Blüten weisen eine besonders filigrane Gestaltung auf: So sind an den Rändern der Blütenblätter kleine "Wimpern" bei näherer Betrachtung zu sehen.

Der Fieberklee besiedelt vor allem verlandete Wasserflächen: Moore, Sümpfe und feuchte Wiesen. Immer mehr Feuchtgebiete werden trockengelegt und somit verliert der Fieberklee neben vielen anderen Pflanzen, Blumen und Tieren ihren Lebensraum. Der blühenden Pflanze wird eine heilende Wirkung nachgesagt - allerdings nicht bei der Fiebersenkung. Die im Fieberklee enthaltenen Bitterstoffe fördern die Speichel- und Magensaftproduktion und kommen bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und weiteren Magen-Darm-Beschwerden zum Einsatz. Mittlerweile steht der Fieberklee allerdings auf der Liste der bedrohten Pflanzen und unter Naturschutz, Pflücken also verboten.

Die Blume des Jahres wird seit 1980 von der Loki Schmidt - Stiftung gekürt. Das Ziel der Stiftung ist auf Wildpflanzen hinzuweisen, die vom Aussterben bedroht sind. Mit der Entscheidung für den Fieberklee in diesem Jahr wird nicht nur auf diese geschützte Pflanze aufmerksam gemacht, sondern auch auf die Bedeutung der Moore für das Klima, die Natur und die Menschen.


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