Klausentreiben © Rainer Frenz / scene
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Klausentreiben - furchterregende Gestalten mit jahrhunderte alter Tradition

Klausentreiben - furchterregende Gestalten mit jahrhunderte alter Tradition

am 28.11.2015 von Carina Cordier (bei Google+)

Jedes Jahr um die Nikolausfeier, vom 4. bis 6. Dezember, wagen sich vor allem Kinder und Jugendliche im Allgäu nur mit großem Herzklopfen auf die Straßen. Von weitem hört man schon die Schellen und Glocken: draußen ist es dunkel, es lässt sich schwer erahnen, welche Gestalten im Anmarsch sind. Gekleidet in "wildem Häß" (Gewand), mit Fellen und fellbedeckten Helmen mit Hörnern machen sich die ledigen Burschen zum sogenannten "Klausentreiben" auf.

Welche Bedeutung hat dieser Brauch?

Klausentreiben
Klausentreiben
Das Klausentreiben ist ein überlieferter Brauch im alemannischen Alpenraum. In früheren Zeiten glaubten die Menschen, dass der kalte und dunkle Winter von düsteren Gestalten, Geistern und Dämonen beherrscht wird. Dabei verkleideten sich die ledigen Burschen mit Fellen und Tierhäuten aller Art und banden sich Kuhschellen um den Bauch, um mit möglichst viel Lärm in der Nacht durch die Orte zu ziehen um die bösen Geister zu vertreiben.

Die verkleideten Männer wollten den bösen Gestalten vorgaukeln, dass im Dorf bereits Geister ihr Unwesen treiben und diese dadurch fernhalten. Dabei versuchten die „Hästräger“ so furchterregend wie möglich auszusehen.

Klausentreiben heute!

Angeführt vom Oberklaus, ziehen die Klausen durch den Ort und beeindrucken mit ihren wilden Gewändern und Ruten. Heutzutage ist das ein großes Spektakel. Es geht vor allem darum, dass Kinder und Jugendliche die Klausen necken; wenn sie nicht schnell genug wegrennen, müssen sie auf öffentlichen Plätzen Gedichte aufsagen, Weihnachtslieder singen oder ein Gebet sprechen. Wer brav ist, hat allerdings nichts zu befürchten.

In Oberstaufen kann man diesen besonderen Brach im Rahmen des alljährlichen Weihnachtsmarkes vom 4. bis 6. Dezember am Kirchplatz beobachten.

Bärbeletreiben – das Pendant zu den Klausen

Die Bärbele im Allgäu sind ledige Föhla (Mädchen). Das Bärbeletreiben finden jährlich am 4. Dezember statt, dem Namenstag der heiligen Barbara. Sie tragen alte Gewänder und Gesichtsmasken, gefertigt aus Naturmaterialien. Dazu tragen die Mädchen mit Schellen und Glocken besetzte Gürtel und sind mit Besen aus Birkenreisig bewaffnet. Symbolisch fegen sie Straßen, Höfe und Türen frei von allem Schmutzigen und Unanständigen.

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