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Der Winterdienst in Oberstaufen - das Interview

Der Winterdienst in Oberstaufen - das Interview

am 06.02.2015 (bei Google+)

Enorme Schneemengen, vereiste Straßen und Schneeverwehungen müssen vom Winterdienst jede Nacht aufs Neue bewältigt werden, um die Sicherheit und Verkehrsfreiheit für Einheimische und Gäste zu gewährleisten. Daneben gibt es noch kilometerlange Winterwanderwege und zahlreiche Loipen für Wanderer und Langläufer, die täglich präpariert werden - dass da gerade an Tagen mit starkem Schneefall Stress bei den Mitarbeitern aufkommen könnte, ist mehr als verständlich. Wie ruhig und konzentriert unser Bauhof-Team dagegen damit umgeht, ist Jahr für Jahr wieder bewundernswert. Wir haben deshalb mit Marktbaumeister Josef Aichele einmal "hinter die Kulissen" geblickt.

Welche Aufgaben erledigt der Markt Oberstaufen, wenn es geschneit hat?

Das Bauhof-Team von Oberstaufen
Das Bauhof-Team von Oberstaufen
Josef Aichele: Der Markt Oberstaufen übt hierbei die klassischen Winterdienstaufgaben aus, wie z.B. Straßenräumung und Gehwegräumung an öffentlichen Plätzen und Bushaltestellen. Zusätzlich werden für unsere Fußgänger und Wanderer auch die Wanderwege geräumt und Winterwanderwege (präpariert auf Schnee) erstellt. Für die Sportinteressierten wird ein Loipennetz mit einer Diagonal- und Skatingspur gezogen.

Diese Arbeiten sind fast täglich zu vollziehen; nach einem ergiebigen Schneefall kann es vorkommen, dass der Schnee abgefahren werden muss, um wieder einen entsprechenden Freiraum für den Verkehr zu schaffen. Diese Arbeiten werden bevorzugt nachts ausgeführt um eine Gefährdung aller Beteiligten zu vermeiden.

Nach diesen Tagen gilt es auch die Dächer aufgrund der Schneelast zu kontrollieren, damit diese rechtzeitig von den schweren Schneemassen befreit werden um die Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten.

Wie viele Personen, bzw. Fahrzeuge sind im Winter mit diesen Aufgaben insgesamt beschäftigt?

Josef Aichele: Die Gemeindestraßen werden mit 9 Großfahrzeugen und 2 Schneefräsen geräumt. Für die Wanderwege stehen 5 Kleinfahrzeuge zur Verfügung. Die Loipen und Winterwanderwege werden von 4 Loipenspurgeräten präpariert. Für die Bushaltestellen und Wertstoffinseln stehen weitere 6 Personen zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang sollte ebenfalls mit erwähnt werden, dass die Gehsteige im Ortsbereich von den Anliegern gesäubert und abgestreut werden. Ferner räumt der Landkreis, die ihn betreffenden Straßen im Gemeindegebiet mit seinen Großgeräten frei.
Unsere Liftbetriebe mit ihren Winterdienstgeräten sind ebenfalls mit im Einsatz, um auch ihre Parkplätze für Wanderer und Skifahrer frei zu machen.

Wann wird mit der Schneeräumung begonnen?

Josef Aichele: Der Winterdiensteinsatz beginnt um ca. 4 Uhr morgens, um möglichst zum Einsetzen des Verkehrs die Hauptwege frei zu haben. Er endet um ca. 20 Uhr.
Sollte es sich jedoch hier um einen anhaltenden Schneefall handeln, so kann es leicht vorkommen, dass die Straßen bzw. die Wege bereits wieder um 7 Uhr mit Schnee bedeckt sind und von der bisher geleisteten Arbeit nur wenig ersichtlich ist.
Dies verhält sich bei unseren Loipen und Winterwanderwegen analog. Hier kommt erschwerend noch hinzu, dass aufgrund von Schneeverwehungen die Präparaierung innerhalb kürzester Zeit nicht mehr sichtbar sein kann. Dies kann auch tagsüber bei entsprechendem Wind und schönem Wetter passieren.

Nach welchem Prinzip wird bei den Arbeiten vorgegangen?

Josef Aichele: Hinter all den Arbeiten liegen Prioritätenlisten, die aufgrund gesetzlicher bzw. interner Vorgaben zu beachten sind. So sind zuerst die verkehrswichtigen Straßen (Hauptverkehrsstraßen, Buslinien des ÖPNV) und Wege (Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, Fußwege an öffentlichen Gebäuden) frei zu räumen, bevor dann die Nebenstraßen und Wege geräumt werden.
So kann es vorkommen, dass an schneereichen Tagen nicht alle Wanderwege geräumt werden können, da diese nach gesetzlichen Bestimmungen hinten anzustellen sind.
Bei den Loipen und Winterwanderwegen gibt es ebenfalls eine Prioritätenliste, dementsprechend ist die Reihenfolge der Präparierung.

Wie lange dauert es, um eine Loipe zu spuren?

Josef Aichele: Das ist abhängig von der Schneebeschaffenheit und den Witterungseinflüssen. Um eine optimale Spur zu erhalten, sollten die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von nicht schneller als 8-9 km/h fahren. Mit den Querungen, Nacharbeiten bei Übergängen, etc. kommt am Ende eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 6-7km/h heraus. Aufgrund der Länge des Loipen- und Winterwanderwegenetzes ist es somit nicht möglich, das gesamte Netz an einem Tag mit unseren Loipengeräten zu präparieren, obwohl diese über 12 Stunden am Tag im Einsatz sind. Es erfolgt deshalb die Präparierung nach der Prioritätenliste. Bei anhaltendem Schneefall werden die in der höchsten Priorität eingestuften Loipen teilweise mehrfach gefahren, um ein entsprechend qualitativ hochwertiges Angebot zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der Größe des Gemeindegebietes wurde bei der Erstellung der Prioritätenliste darauf geachtet, dass in den verschiedenen Teilgebieten ein entsprechendes Angebot vorgehalten wird.

Ist der Winter für Euch jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung oder sind die Aufgaben Routine-Arbeit?

Josef Aichele: Es handelt sich hierbei sicherlich um eine gewisse Routine-Arbeit, wobei die veränderte Witterung stets eine neue Herausforderung darstellt.

Freust Du Dich auf den Frühling?

Josef Aichele: Wir wollen jetzt nicht von Frühling reden, sondern die bezaubernden Winterlandschaften mit all ihren Varianten genießen bzw. annehmen, um unsere Winterwanderwege, Loipen und Skigebiete aktiv zu nutzen.

Danke für das Interview!

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