Alpenpanorama an der Hochgrat-Bergstation © Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH
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Achtmal Gipfelglück und jede Menge Traumausblicke

Achtmal Gipfelglück und jede Menge Traumausblicke

am 08.07.2013 von Andrea Presser

Ich liebe die Berge, das Glücksgefühl auf einem Gipfel zu stehen, aber auch die Herausforderungen mancher Touren. Die heimatliche Gratwanderung über die Nagelfluhkette gehört zu meinen alljährlichen Lieblings-Bergtouren. Die Überquerung der acht Gipfel im Naturpark Nagelfluhkette hat seine ganz eigenen Reize. Was mich dabei immer fasziniert: zur einen Seite der offene Blick vom nahen Bodensee über Oberschwaben bis weit ins Ober- und Unterallgäu. Auf der anderen Seite türmen sich unzählige Alpengipfel auf vom Säntis in der Schweiz über die höchsten Vorarlberger und Allgäuer Gipfel bis hin zur Zugspitze. Jeder der acht Gipfel gibt neue Blickwinkel frei und hinterlässt intensive Eindrücke. Das grasende Jungvieh auf den Alpwiesen, die Blütenpracht, die sich je nach Jahreszeit zeigt und der Duft der verschiedenen Kräuter und Pflanzen bringen mein „Berglerherz“ ebenso in Wallung. Komm mit mir auf eine faszinierende Wanderung durch die Allgäuer Bergwelt.

Der Weg ist das Ziel

Brunnenauscharte Richtung Hochgrat
Brunnenauscharte Richtung Hochgrat
Für das ständige Auf und Ab über die rund 14 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter braucht es schon eine gute Portion Ausdauer. Dazu ist Trittsicherheit gefragt und einige Stellen setzen unbedingte Schwindelfreiheit voraus. Aber keine Angst, die wenigen Kletterpassagen sind bestens mit Drahtseilen abgesichert. Und ein wenig Nervenkitzel bei den Kraxeleien geben dieser Tour schließlich auch einen gewissen Kick.

Auf manchen meiner Touren bin ich richtig flott unterwegs und teste auch gern einmal meine Fitness. Getreu dem Motto „der Weg ist das Ziel“ freute ich mich an diesem Tag auf eine gemütliche Genusstour ab der Bergstation der Hochgratbahn. So sollte mir die Sonne, die an diesem Tag herrlich strahlte, auf meinem Marsch Richtung Osten zumindest den Vormittag über herrlich ins Gesicht scheinen.

Mit genügend Proviant im Rucksack – weil keine Einkehrmöglichkeit auf der Strecke - nahm ich gleich den ersten Bus um 8.35 Uhr vom Bahnhof in Oberstaufen. Mein Tipp: mehrmals in der Saison bringt die Hochgratbahn Frühaufsteher schon ab 4.30 Uhr zur Bergstation und man kann direkt in den Sonnenaufgang laufen – ein beeindruckendes Erlebnis! Oder man übernachtet bequem auf dem Staufner Haus (DAV-Hütte) und kann so frühzeitig aufbrechen.

Mit den kleinen gelben Gondeln kam ich flott zur Bergstation auf 1.708 m Meereshöhe. Schnell ist man die gut 100 Hm auf dem Gipfel des Hochgrat (1.834 m), der höchsten Erhebung der Nagelfluhkette. Ein herrlicher Rundumblick erwartete mich und ich atmete ein paar Mal tief ein und aus – was für ein Glück, an diesem Traumtag in den Bergen zu sein.

Die nächsten Gipfel warten bereits

Gipfel des Rindalphorn
Gipfel des Rindalphorn
Zügig lief ich über den lang gestreckten Ostgrat hinab zur Brunnenauscharte. An bunten Blumenwiesen vorbei marschierte ich bergauf über den Gelchenwanggrat zum nächsten Ziel, dem Rindalphorn (1.821 m). Die imposante Faltung des Nagelfluhgesteins - welches im Allgäu auch als Herrgottsbeton bezeichnet wird - macht diesen Berg besonders markant.

Ein kurzer Abstecher zum Gipfelkreuz musste sein und ich beäugte neugierig die beiden Westrinnen, die mir im Winter auf Skitour schon so manchen „Freudesjuchzger“ hervorlockten. Ein kräftiger Schluck aus der Trinkflasche und weiter ging es nun etwas anspruchsvoller hinab zur Gündlesscharte. Hier spendeten ein paar Bäume für wenige Meter ein bisschen Schatten - eine willkommene Wohltat an diesem heißen Julitag.

Über die Rindalpe (Einkehrmöglichkeit) und weiter durch das Ehrenschwanger Tal bietet sich die Möglichkeit, zurück zur Talstation der Hochgratbahn zu gelangen. Mir stand allerdings zunächst der recht steile Anstieg Richtung Buralpkopf bevor. Oben angelangt trifft man zunächst auf den Gipfel des Gündleskopf (1.748 m). Ein ausgesetztes Stück am Grat – mit Drahtseil abgesichert – sorgt hier noch einmal für einen kleinen Adrenalinschub und dann ist man schon auf dem Gipfel des Buralpkopf (1.772 m). Mein leicht knurrender Magen forderte energisch nach der eingepackten Brotzeit. Ausgiebig ließ ich den Blick in alle Richtungen schweifen. Und staunte wieder, wie wunderschön und bizarr dieses Fleckchen Erde um mich herum doch einst geformt wurde.

Ein wenig Träumereien noch, dann ging es weiter. Über die „Oberen Sedererwände“ - ebenfalls eine spannende Passage - kam ich zur nächsten Scharte. Der Gegenanstieg durch blühende Wiesen in der prallen Sonne ist noch einmal anspruchsvoll, aber befand ich mich dann auf dem Sedererstuiben (1.737 m) mit Blick auf mein nächstes Ziel, dem Stuiben (1.749 m). Die Höhenunterschiede sind ab hier nicht mehr so gewaltig wie zu Beginn der Tour und ich gönnte mir am Gipfelkreuz noch einmal eine kleine Pause. Vor und nach dem Stuiben bieten sich über die Alpe Gund und Alpe Mittelberg vorzeitige Abstiegsmöglichkeiten nach Immenstadt.

Nach dem Stuiben folgt eine weitere abgesicherte Kletterpassage. Danach verläuft ein schmaler Pfad einige Meter nordseitig des Grates. Wuchtige Konglomeratfelsen und alte Bergfichten wechseln sich hier ab. Dem Schild Richtung „Mittag“ folgend erreichte ich nach einem Anstieg entlang vieler gelber Trollblumen eine kleine Kletterpassage entlang einer Felsplatte. Kurze Zeit später dann folgt der vorletzte hohe Gipfel, der Steineberg (1.660 m). Der frühe Nachmittag und die Nähe zur Mittagbahn machten sich jetzt bemerkbar - die Zahl der Wanderer, die entgegenkamen, nahm auffallend zu. Wie sehr hatte ich doch die hinter mir liegenden, vorwiegend einsamen Gipfelbesteigungen genossen.

Bald am Ziel

Blick vom Stuiben auf Sederer und Buralpkopf
Blick vom Stuiben auf Sederer und Buralpkopf
Jetzt wurde es aber erst noch einmal spannend: die 17 m lange Leiter, die es galt, abwärts zu klettern, war direkt vor mir. Der Einstieg könnte vielleicht ein wenig Überwindung kosten, allerdings kann diese Passage auch umgangen werden (einige hundert Meter vorher auf die Beschilderung achten).

Weiter führte der Pfad zunächst etwas anspruchsvoller bergab, bis ein Wegweiser „Zur Mittag-Gipfelstation“ das baldige Erreichen meines Ziels ankündigte. Nach einer kleinen Seilhilfe ging es jetzt durch eine angenehme schattige Waldpassage noch einmal bergab. Die nächsten Schilder führten mich Richtung Bärenköpfle mit nur noch sanftem Anstieg. Von dort verliefen die letzten Meter auf einem breiteren Schotterweg am Mittag (1.451 m) vorbei zur Bergstation.

Selten schmeckt ein gut gekühltes Radler so lecker wie nach einer langen Bergtour. Ich genoss jeden einzelnen Schluck und genehmigte mir bequemerweise die Abfahrt mit der Sesselbahn ins Tal, für die es übrigens ein Kombiticket (Hochgrat-Mittag) gibt. Ein paar Meter noch bis zum Immenstädter Bahnhof und mit einem der fast stündlich fahrenden Züge kam ich zurück nach Oberstaufen.

Was für ein schöner Tag. Ich freue mich schon jetzt auf meine nächste Gratwanderung – dann in umgekehrter Richtung und vielleicht auch wieder einmal in richtig flottem Tempo.

"Berg heil" auf all Deinen Touren wünscht Dir
Andrea

Nähere Infos zur Tour:

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