Viehscheid in Oberstaufen

Festliches Bergsommerende: Viehscheid im Allgäu

Viehscheid in Oberstaufen

Im alpwirtschaftlichen Allgäu bedeutet Viehscheid aktiv gelebtes Brauchtum. In Oberstaufen wird dem Alpabtrieb feierlich Bedeutung zugemessen. Star des Tages: Das Vieh, das nach rund 100 Tagen auf den Alpwiesen in seine Stallungen zurückkehrt. Fest-Protagonisten: Die Oberstaufener und ihre Gäste!

Termine 2023

Die Termine für die Viehscheide 2023 werden in ein paar Wochen bekannt gegeben.

Viehscheid 2022

Impressionen vom Alpabtrieb in Oberstaufen im Allgäu!

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Fragen und Antworten zum Viehscheid

Was bedeutet der Begriff Viehscheid?

Vieh = junge Kühe, die noch keine Milch geben und den Sommer auf der Alpe verbringen. Weibliche Jungkühe werden auch Schumpen genannt.
Scheid = Rückgabe der einzelnen Tiere aus den Viehherden, die den Sommer auf der Alpe verbrachten, an ihre Besitzer, somit Scheidung von ihren Hirten. (Alpe = Unterkunft der Hirten und des Viehs sowie die zugehörigen Bergweideflächen)

Was ist der Viehscheid?

Der Viehscheid, oder auch Alpabtrieb, ist der Abschluss des Alpsommers. Jedes Frühjahr bringen einige einheimische Bauern ihre Jungkühe auf die Alpe im Berggebiet, wo die Tiere den Sommer unter Obhut des Hirten verbringen. Der Begriff Alpe bezeichnet eine Unterkunft für Hirten und Vieh (Alphütte und Ställe) in den Bergen mit den zugehörigen Weiden, wobei eine Alpe nur im Sommer bewirtschaftet wird. Nach etwa 100 Tagen auf den Alpwiesen, bevor der erste Schnee droht, verlässt der Hirte mit dem Vieh die Alpe und die Tiere kehren zurück in ihre Stallungen im Tal. Dieser Tag, meist Mitte September, an dem alle Hirten ihre Alpen verlassen, wird nach dem Brauchtum Viehscheid genannt. Es ist ein Fest der Älpler, die den Bergsommer gemeinsam feierlich ausklingen lassen.

Viehscheid – was passiert an diesem Tag?

Die Hirten mit Familien ziehen mit ihren Herden von den Alpen bis ins Tal hinunter, wo die Tiere dann am Scheidplatz an ihre ursprünglichen Besitzer, die sogenannten Beschläger zurückgegeben werden. Anschließend wird der Abschluss des Bergsommers traditionell mit allen Älplern und ihren Familien sowie den Einheimischen bei Musik und Tanz gefeiert.

Was ist eine Schelle, bzw. Zugeschelle?

Eine Schelle ist eine große, aus Blech gefertigte Glocke, die das Vieh auf den Alpwiesen trägt. Im Gegensatz dazu wird die klassische Glocke aus Messing gegossen und hat einen deutlich helleren Klang, wobei diese im Allgäu selten zum Einsatz kommt. Die Zugschellen sind im Vergleich zu den normalen Weideschellen deutlich größer und werden den Tieren nur am Tag des Viehscheids angelegt. Sie haben eine besondere Bedeutung für die Hirten, da sie eine Art traditionelle Schmuckstücke sind, die, oftmals auch personalisiert, von Älpler-Familien zu besonderen Anlässen gefertigt und verschenkt werden.

Wozu trägt das Vieh die Schellen?

Die aus Blech gefertigten Schellen, erleichtern zum einen dem Hirten bei schlechten Sichtverhältnissen oder bei Suche nach einem verschwundenen Tier das Wiederfinden und die Positionierung des Viehs durch den Klang der Schelle, zum anderen ermöglicht das Tragen der prachtvollen Zugschellen am Viehscheid einen ruhigen Auszug der Herde hinab ins Tal, weil die Tiere durch den Klang in eine Art Trance gelangen und somit beruhigt werden. Verweigert ein Tier das Anlegen der Schelle oder hat eine wunde Stelle am Hals, darf es den Zug auch ohne Schelle begleiten.

Was ist ein Kranzrind?

Wenn der Bergsommer unfallfrei verlaufen ist und weder Tier noch Mensch verletzt wurde, sucht sich der Hirte mit Familie ein Kranzrind aus. Bei der Auswahl des Tieres wird darauf geachtet, dass es zum einen ein prächtiges und schönes Tier ist und zum anderen ein ruhiges und braves Gemüt hat. Der Kranz wird in Handarbeit aus selbstgesammelten Naturmaterialien, wie Schafgarbe, Hagebutten, wilder Majoran, Moos und Weißtanne angefertigt. Veredelt wird die Krone zum Schluss mit Gold- und Silberdisteln. Die genaue Gestaltung ist von Alpe zu Alpe und von Region zu Region unterschiedlich und individuell, wobei zwei Dinge bei keiner Viehscheid-Krone fehlen: Ein Kreuz für einen guten Segen und ein Spiegel, der böse Geister vertreibt und den bösen Blick von Mensch und Tier abwehrt.

Warum wird das Vieh im Sommer auf die Alpen gebracht?

Urlaub für die Tiere in den Alpen und Förderung der Gesundheit! Im bergigen Gelände gewinnt das Vieh Trittsicherheit und Fitness und erhält beste Ernährung durch verschiedenste Bergkräuter und Alpgräser. Außerdem werden die Tiere abgehärtet durch den ständigen Aufenthalt an der frischen Luft bei unterschiedlicher Witterung. Außerdem dient der Alpsommer der Natur- und Landschaftspflege zum Erhalt der Allgäuer Kulturlandschaft.

Die tiefe Verbindung zwischen Tieren und Hirten

Der Hirte trägt während des Bergsommers die Verantwortung für das Vieh und umsorgt es den ganzen Bergsommer über, als wäre es sein eigenes. Zu jeder Zeit hält er Augen und Ohren offen, um festzustellen, ob es den Tieren allen gut geht. Er kennt jedes Tier mit Namen, weiß, welchem Bauern es gehört und erkennt es an seinem Schellengeläut. Somit baut der Hirte über den Sommer eine ganz besondere Bindung zu seinem Vieh auf.

Das Wohl des Tieres steht an oberster Stelle – nicht nur am Tag des Viehscheids

Der Marsch von der Alpe bis hinab ins Tal ist für das Vieh kein Problem, denn es baut über den Bergsommer hinweg eine gute Fitness auf. Tiere, die Probleme haben, den Marsch zu bewältigen, werden verladen und ins Tal gefahren. Dies gilt auch für wildes Vieh, das den Abtrieb in der Herde gefährden würde. Auf dem Weg hinab ins Tal gibt es Pausen und Tränken für die Tiere. Die Zugschellen sorgen für eine beruhigte Herde, da sich die Tiere untereinander hören und durch das Schellengeläut in einen tranceartigen Zustand geraten.

Informationen zu den Viehscheiden 2022 in Oberstaufen

  • Freitag, 9. September 2022: 48. Staufner Viehscheid mit Eintreffen der Alpen am Scheidplatz ab 08:30 Uhr
  • Freitag, 16. September 2022: 36. Thaler Viehscheid mit Eintreffen der Alpen am Scheidplatz ab 09:15 Uhr

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Viehscheid in Oberstaufen und Thalkirchdorf

Wenn nach dem Sommer die Viehglocken bis tief ins Tal lautstark zu hören sind, ist es so weit. Nach rund 100 Tagen verlassen in Oberstaufen mehr als 1.300 Stück, in Thalkirchdorf mehr als 1.000 Stück Vieh am Tag des Viehscheids ihre Sommerresidenz: Die nährenden Alpwiesen der Allgäuer Alpen, deren Kultur und Landschaft von der Alpwirtschaft geprägt ist.

Der Viehscheid – so genannter Alpabtrieb – hat in ganz Oberstaufen wie im Ortsteil Thalkirchdorf eine hohe Wertigkeit. Oberstaufen wurzelt in mitten des größten zusammenhängenden Alpgebietes des Alpenraumes. Von den rund 160 Alpen stehen 40 unter land- sowie viehwirtschaftlicher Nutzung. Auf den Alpwiesen finden die Tiere würzige Kräuter, saftige Wiesen und Gräser, die für Aroma und Qualität von Milchprodukten maßgeblich sind.

100 Tage Alpsommer in den Allgäuer Bergen

Nach rund 100 Tagen endet im Herbst der Alpsommer. Über Stunden und teilweise schwierige Bedingungen leiten Hirten und eine Leitkuh die Herden zurück ins Tal zum Scheidplatz. Dort werden die Tiere - Kühe, Ziegen, Pferde und Schweine - "geschieden", heißt: Das Vieh wandert in die heimischen Stallbetriebe zurück. So auch der Name Viehscheid. Alle Augen suchen das Kranzrind, das die Herde beim Alpabtrieb anführt. Der aufwändige Kopfschmuck aus Zweigen und Bergblumen, ist ein Zeichen dafür, dass alle Tiere den Bergsommer gut überstanden haben.

Viehscheid – Ein Grund zum Feiern

Der symbolstarke Viehscheid gibt in jedem Jahr Anlass für ein rauschendes Fest. Für eine Feierlichkeit mit Musik, regionalen Spezialitäten, Partystimmung im Festzelt und vielen Highlights wie der traditionellen Schellenverlosung. Dabei losen die Hirten der einzelnen Alpen um besonders schöne wie große Festschellen und Glocken. Für Musik und noch mehr gute Stimmung sorgen Blasmusikkapellen und Partybands, um die Heimkehr der geschätzten Tiere und das Ende des Bergsommers gebührend zu feiern. Seien Sie dabei!

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