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Schrothlerin berichtet: einblicke in die schrothkur

Schrothlerin Petra Stiefenhofer berichtet von ihrer Schrothkur in Oberstaufen

10.11.2023Vitales Leben

Die Schrothkur ist in Oberstaufen in aller Munde – schließlich ist die Gemeinde nicht nur Heilklimatischer Kurort, sondern seit über 30 Jahren auch das weltweit einzige offizielle Schroth-Heilbad.

Aber wie fühlt es sich an, morgens früh geweckt und gepackt zu werden? Hat man denn gar keinen Hunger, bei den reduzierten Mahlzeiten? Und was macht die Kur wirklich mit einem?

Schrothlerin Petra Stiefenhofer berichtet von ihren Erfahrungen in Oberstaufen.

Wir haben bei Petra Stiefenhofer nachgefragt: Nach verschiedenen Erfahrungen mit Heilfastenkuren interessierten die selbständige Kosmetikerin bei der Schrothkur besonders die Packungen und deren Wirkung. Und so checkte Petra Anfang Oktober 2022 für neun Übernachtungen im Garni Alphorn ein.

1. so kam ich zur schrothkur

Ich beschäftige mich ja bereits seit Jahren mit Fastenkuren und habe mir in einer gewissen Regelmäßigkeit das Heilfasten angewöhnt. Eine Kundin meines Kosmetikstudios entpuppte sich als begeisterte Schrothlerin und erzählte mir von der Kur – die mir so, obwohl ich ja nicht weit von Oberstaufen entfernt wohne, gar nicht geläufig war. Diese berüchtigten Wickel stellte ich mir spannend vor. Da die besagte Kundin von ihrem Stammhotel ebenso begeistert war wie von der Schrothkur selbst, entschied ich mich für die gleiche Unterkunft.

2. das essen

Gelbe gefüllte Paprika auf einem grauen Teller.

Durch meine Vorerfahrung im Heilfasten, bei dem ich gar nichts essen darf, war ich erstaunt über das reichhaltige Essen, gleich zwei Mal am Tag (mittags und abends). Obwohl es ja salzlos ist, war es trotzdem lecker. Das hatte ich sicher auch den Kochkünsten der Hausherrin Sabine zu verdanken, die wirklich sehr gut kocht. Das wurde mir mehrfach auch von anderen Gästen im Haus bestätigt, die genau deshalb immer wieder ins Alphorn kommen.

Ganz nebenbei lernte ich völlig neue Kreationen kennen, von denen ich nie geglaubt hätte, diese zu essen und auch zu mögen. Als beispielsweise meine Tischnachbarin Sauerkraut mit Kartoffeln und Ananasstücken bekam, dachte ich erst ‚Was ist das denn?‘. Pflaumenmus hatte ich so noch nie zuvor gegessen, ebenso wie die eingelegten Aprikosen zum Mittagessen oder auch das warme Vollkornbrotsandwich mit Meerrettich, Tomaten und Gurken. Auf jeden Fall bin ich immer satt geworden und hatte nie das Gefühl, das etwas fehlt. Und man kommt ja auch mit der Einstellung dahin, dass man ‚anders‘ isst.

3. die packungen

Frau packt Frau bei der medizinischen Packung der Schrothkur ein

Die ersten Packungen waren schon ein Ereignis, dieses Gefühl, komplett schweißgebadet zu sein. Mit den Tagen aber habe ich mit meiner Packerin Renate die richtigen Positionen für die Wärmflaschen gefunden. Nach dem Wickeln bin ich jedes Mal nochmals richtig gut eingeschlafen und meist dann erst um 8 Uhr aufgestanden. Generell kann ich mich da auch nur Renates Worten anschließen, die zu mir meinte, die Packungen seien "wie ein Ölwechsel, den man am Auto regelmäßig macht, damit es fahrbereit bleibt". Das fand ich im Groben gut erklärt.

4. die trink­verordnung

Eine Auswahl an Getränken steht auf einem Tisch.

Ich hatte kein Problem, beinahe ausschließlich Tee und Wasser zu trinken. Dennoch war es schon schön, bei einer Einkehr auch einmal eine kleine Weinschorle trinken zu dürfen. Mit den unterschiedlichen Mengen bin ich auch gut klargekommen.

5. Ruhe & Bewegung

Ich bin zur Schrothkur gegangen, mit dem Gedanken, mir selbst eine echte Auszeit zu gönnen, habe gezielt für mich die Ruhe gesucht und wollte auch gar nicht viel reden. Das habe ich das ganze Jahr über beim Arbeiten, wo mir jeder von seinen Problemen erzählt. Deshalb habe ich mich absichtlich aus Vielem herausgenommen, bin auch abends nach dem Essen recht schnell wieder auf mein Zimmer. Bewegung gehört ja aber dennoch zur Kur dazu. Da ich es nicht weit nach Hause hatte, bin ich einmal zu meinem ganz regulären Yoga-Kurs zu fahren, den ich sonst auch besuche. Ich habe das Angebot kleiner Wandertouren mit meinen Gastgebern wahrgenommen. Ansonsten bin ich durch Oberstaufen spaziert und habe den Ort ganz neu kennengelernt. Sonst fahre ich ja immer gezielt hin für den Einkauf in ein, zwei Läden. Dieses Mal hatte ich ja total viel Zeit. Ich bin einfach in jeden Laden rein, habe tolle neue Ecken kennengelernt. Und die Ruhe, diese schönen hergerichteten Häuser. Da habe ich schon meinem Mann erzählt, dass sich Staufen nicht verstecken muss hinter z.B. Kaltern in Südtirol, wo wir schon zum Urlaub waren.

6. mein fazit

Ich plane auf jeden Fall wiederzukommen, dann vermutlich auch 14 Tage. Vielleicht mache ich es so, dass ich eine Woche komplett in Oberstaufen bleibe und eine Woche pendele und arbeite. Das ist ja der Vorteil meiner Selbständigkeit, dass ich mir das alles frei einteilen kann mit den Terminen.
Und ich finde: Jeder sollte eine Schrothkur machen, es ist wirklich eine tolle Erfahrung!

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Über die Autorin
Marketing und Event Abteilungsleiterin Amrei Kommer im Porträt.

Amrei Kommer

Als Marketingleitung hat sie einen Riecher für neue Themen, ein offenes Ohr für die Kolleginnen. Im Rahmen ihres Dauer-Projekts, dem Oberstaufen MAGAZIN, interviewt sie Kur- sowie Urlaubsgäste über ihre Auszeit im Allgäu. Wenn sie mal nicht am Schreibtisch sitzt (oder steht) findet man das Energiebündel draußen.