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Yelena Glajcar
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Aus der Allgäuer Kräuterküche: kräutersalz selbst gemacht

Ein Allgäuer Kräutergarten aus dem Glas

Vitales Leben
Monika Aigner bereitet frischen Allgäuer Kräutertee zu.

Ob Oxymel, Tee oder Salz, eines haben alle drei Produkte gemein: Ihre Inhaltsstoffe sind alle eigens von Kräuterexpertin, Ökotrophologin und Gastgeberin Monika Aigner vom Gesundheitshotel Kronenhof gesammelt, getrocknet und zusammengestellt. Zugegeben: Eines unterscheidet das Salz von den anderen Beiden. Während Oxymel und Tees allgemeine Kräftigung und viele weitere gesundheitliche Nutzen zugeschrieben wird, mag das Salz hier eher die Ausnahme sein. Warum es aber trotzdem seinen festen Platz im Kronenhof und Monikas Herz hat, verrät sie uns bei unserem Besuch in ihrer Kräuterküche.

Leise und wohlriechend kringelt sich der Dampf aus der frisch aufgebrühten Tasse Tee auf Monikas Schreibtisch. Gegen den promienten Geruch des grünen Straußes aus wildem Thymian und frischer Minze hat dieser zarte Schleier allerdings keine Chance. Stolz schaut Monika auf ihre grüne Ausbeute und zupft sich vorsichtig die Zutaten ihres hauseigenen Kräutersalzes Kräuterzauber aus den Sträußen. Neben dem Schneidebrett liegen auch Ringel- und Dostblüten sowie eine Schale mit abgewogenem Meersalz aus der Hotelküche.

Kräuter werden verkleinert.

„Für die Grundnote verwende ich am liebsten wilden Thymian. Der eignet sich wunderbar als Grundstein, um den intensiven Salzgeschmack zu übertreffen.“ Sie pflückt die kleinen Blättchen von den Thymianstengeln und zerkleinert sie gemeinsam mit einer Handvoll Minze und Schafgarbe in einem Steinmörser. Dazu kommt das Salz, danach wird alles fein zerstoßen, bevor sie auf einem kleinen extra Holzbrett die Ringel- und Dostblüten mit einem Wiegemesser schneidet. „Ich mache das separat, damit die Blüten nicht ganz ihre Farbe verlieren. Außerdem sind die Blüten noch relativ feucht. Wenn ich alles zusammen zerstoße, würde es schnell eine braune Masse werden.“

Während sie in einer anderen Schale das zerstampfte Salz mit zwei kurzen Rührbewegungen mit den Ringel- und Dostblüten vermischt, stellt sich die Frage, wie es denn zusammenpasst, dass ein Haus, dass viele Schrothkur-Gäste (die salzarm essen) beherbergt, eigene Kräutersalze anbietet. „Auf den ersten Blick mag das etwas verwirren, aber wir bieten auch das Basenfasten an, da ist ein wenig Würze erlaubt. Darüber hinaus mögen wir die Salze selbst so gern, dass wir den Großteil für uns selbst und unsere Angestellten herstellen.“, erklärt Monika lachend. Dann verkündet sie zufrieden: „Fast fertig!“ Fast? „Die letzte Zutat ist Zeit.“ Da die Kräuter und Blüten bei der Herstellung frisch waren, breitet Monika abschließend die Salzmischung auf einem großen Blech aus und lässt es in der Küche an einem geschützten Platz für einige Tage trocknen.

Zutaten für das kräuterSalz

  • 100 g weißes Meersalz
  • 10 g wilder Thymian (wächst auf sonnigen, warmen und steinigen Böden, Blütezeit: April – Mai)
  • 5 g Minze (wächst an sonnigen bis halbschattigen Bachufern, Blütezeit: Juli – September)
  • 3 g Schafgarbe (wächst auf Wiesen und an Wegesrändern, Blütezeit: Juni – August)
  • 3 g Ringelblume (wächst auf lehmigen, nährstoffreichen Böden in der Sonne, Blütezeit: Juni – Oktober)
  • 3 g Dostblüten (wächst in trockenen und lichten Wäldern, Blütezeit: Juli – September)
Allgäuer Kräutersalz auf einem Butterbrot.

„Wir können aber trotzdem schon probieren: Ich hole schnell ein kleines Gläschen von dem Kräuterzauber-Salz.“ Zwei Minuten später ist Monika wieder da und bringt, neben dem Salz, noch ein großzügiges Brotzeitbrett mit Butterbroten, Käse und Gemüsescheibchen mit. „Greif zu!“ sagt Monika. Ein gekonnter Griff in das Salzgläschen, über die Butterbrote damit und? Mmh… Sehr lecker!

Aber lohnt sich da der ganze Aufwand im Vergleich zu gekauften Mischungen? Da kann Monika nur lachen: „Für viele vielleicht nicht, aber das Sammeln, Trocknen und Zubereiten ist eine große Leidenschaft von mir. Wir schätzen unsere eigenen Kräutersalze sehr und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Jede Mischung wird wieder anders, zumal wir manchmal auch gedörrten Knoblauch und Zwiebeln oder auch Ingwer zugeben.“

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aus unserer allgäuer kräuterküche

Über die Autorin
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Yelena Glajcar

Die Poetin im Team setzt sich mit allen Themen auseinander, die Oberstaufen zu bieten hat. Als Content Managerin mit Schwerpunkt Social Media wittert sie überall eine gute Story, macht aus einfachen Themen besondere Geschichten in Wort und Bild – und weiß ganz genau, wie sie die Sehnsucht bei Fans und Followern weckt.