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Yelena Glajcar
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Aus der Allgäuer Kräuterküche: Oxymel selbst gemacht

Natürlich gesund in der und durch die kalten Jahreszeit

Vitales Leben
Monika Aigner bereitet frischen Allgäuer Kräutertee zu.
Kräuterexpertin, Ökotrophologin und Gastgeberin Monika Aigner

Ob mit Lavendel, Holunderblüte, Minze oder Salbei – selbst gemachte Oxymele sind aus der Heimapotheke der Kräuterexpertin, Ökotrophologin und Gastgeberin Monika Aigner vom Gesundheitshotel Kronenhof nicht mehr wegzudenken. Das antike Heil- und Stärkungselixier gilt als universelles Mittel zur Unterstützung des Immun- und Verdauungs-Systems, des Herz-Kreislauf-System sowie zur allgemeinen Kräftigung. Abhängig von den hinzugefügten Kräutern, Blüten und Blättern erweitert sich das Wirkspektrum.

Zutaten für ein Allgäuer Oxel.

Es ist Dienstagfrüh, in Monikas Büro duftet es nach frischer Minze und Lavendel. Auf dem runden Tisch neben dem offenen Fenster türmt sich das Grün. Kleine Schilder geben Auskunft, was genau dort liegt: Schafgarbe, Ringelblume, Dost, Frauenmantel und die bereits gerochene Minze und der Lavendel. Der perfekte Wildblumenstrauß könnte man meinen. Monika hat heute aber etwas ganz anderes vor.

Während sie vorsichtig die Blütenblätter von den Blumen zupft und mit einem kleinen Messer die Stiele verkleinert, erklärt sie: „Das Oxymel kommt ursprünglich aus dem Altgriechischen und setzt sich zusammen aus ‚oxos‘ – Essig und ‚meli‘ – Honig, übersetzt also ‚Saurer-Honig‘“ – und verrät auch gleich zwei Drittel der Zutaten. Monika lacht: „Tatsächlich. Das Grundrezept sieht einen Teil Honig vor, einen Teil Apfelessig und einen Teil getrocknete Kräuter. Selbstverständlich kann man Oxymel auch mit frischen Kräutern herstellen, dann benötigt man aber die doppelte Menge an Kräutern.“

Apfelessig wird in das Allgäuer Oxel hinzugefügt.

Sie schnippelt, zupft und zerstampft alle Kräuter in einem Mörser, gibt sie dann in ein sterilisiertes Einmachglas. Denn, je kleiner und feiner die Pflanzenteile sind, die eingelegt werden, desto schneller und intensiver erfolgt die Extraktion der Wirkstoffe. Aber wo findet man diese ganzen Pflanzen eigentlich? Ganz einfach: Bei Wanderungen und Spaziergängen rund um Oberstaufen. Hier sammelt Monika fast alle Kräuter, die sie verarbeitet. „Inzwischen kommt es aber auch vor, dass unsere Mitarbeiter:innen mir etwas aus den eigenen Gärten mitbringen.“ Monika zeigt auf den großen Strauß Minze neben ihr, der ihr heute von Köchin Martina geschenkt wurde.

Zurück zum Oxymel: Zu den frischen Kräutern gibt Monika nun Honig, oder? „Klassisch wird für das Oxymel Honig verwendet. Wir nutzen im Kronenhof sehr gern unseren hausgemachten Heublüten-Sirup. Das gibt dem Oxymel einfach nochmal eine ganz bestimmte Note.“ Jetzt wird nur noch der naturtrübe Apfelessig hinzugegeben und einmal kräftig umgerührt. Luftdicht verschlossen muss das Oxymel nun für etwa ein bis vier Wochen an einem dunklen und kühlen Aufbewahrungsort ziehen. „Während dieser Ruhezeit ist es wichtig, das Glas täglich zu schütteln, damit sich die gelösten Inhaltsstoffe besser verteilen können“, erklärt Monika, während sie ihre Arbeitsplatte sauber macht. Apropos: Sauberes Arbeiten ist hier generell mit die wichtigste Zutat. „Da das Oxymel nicht gekocht wird, kann es schnell verderben. Das ist einfach super schade um den vielen Aufwand, die Arbeit und Zeit, die hier reinfließen.“ Und jetzt heißt es geduldig sein… „Wir können warten, oder wir gehen direkt in die Küche und holen uns ein Glas. Das ist immerhin mein Lieblings-Oxymel, natürlich haben wir davon immer etwas im Haus!“ Das klingt viel besser!

Zutaten für Monikas Lieblingsoxymel

  • 2/3 Heu-Sirup oder Honig
  • 1/3 naturtrüber Apfelessig
  • viele getrocknete Kräuter
    (werden frische Kräuter verarbeitet, benötigt man etwa die doppelte Menge)

Für die Kronenhof-Kräuter-Mischungen wird Monikas 3-G-Regel verwendet:
1/2 der Kräuter für die Gesundheit, 1/3 der Kräuter für den Geschmack und 1/6 der Kräuter für den Genuss

Für das Lieblingsoxymel ist die Reihenfolge:

Gesundheit: Dost, Frauenmantel und Schafgarbe
Geschmack: Minze
Genuss: Ringelblume und Lavendel

  • Schafgarbe (wächst vorwiegend an trockenen Hängen, Wegrändern, auf Wiesen und Weiden, Blütezeit: Juni – August)
  • Ringelblume (wächst in vollsonnigen bis halbschattigen Standorten, mag keine Staunässe, Blütezeit: Juni – Oktober)
  • Dost (wächst an trockenen Weg- und Waldrändern, an sonnigen Hängen und in Hecken, Blütezeit: Juli – September)
  • Frauenmantel (wächst gleichermaßen in der Sonne und im Halbschatten, Blütezeit: Juni – Juli)
  • Minze/ Minzblätter (wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten, benötigt humus- und nährstoffreichen Boden, Blütezeit: Juni – September)
  • Lavendel (ist hier nicht heimisch, fühlt sich aber am wohlsten in vollsonnigen Böschungen, Blütezeit: Juni – Juli)

Nach der Arbeit das süß-säuerliche Vergnügen

Ein Schluck Oxymel auf ein Glas Mineralwasser und für das Auge ein frischer Strunk Dost: Prost! Wie es wohl schmeckt? Kurz gesagt: Ziemlich erfrischend und sehr lecker. Wann sollte man das denn am besten trinken? Und wie lange ist so etwas haltbar? „Das Oxymel wirkt anregend und energetisierend, daher wird es am besten täglich in der Früh zum Start in den Tag getrunken. Ungeöffnet ist ein Oxymel bis zu einem Jahr haltbar – bei uns hat es aber noch nie so lange gehalten, weil wir es meistens nach wenigen Wochen leer getrunken haben“, lacht Monika.

Ein erfrischendes Glas mit Allgäuer Oxel.

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Über die Autorin
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Yelena Glajcar

Die Poetin im Team setzt sich mit allen Themen auseinander, die Oberstaufen zu bieten hat. Als Content Managerin mit Schwerpunkt Social Media wittert sie überall eine gute Story, macht aus einfachen Themen besondere Geschichten in Wort und Bild – und weiß ganz genau, wie sie die Sehnsucht bei Fans und Followern weckt.