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Yelena Glajcar
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Aus der Allgäuer Kräuterküche: kräutertee selbst gemacht

Vom Geheimnis hinter einer guten Tasse Tee

Vitales Leben
Monika Aigner bereitet frischen Allgäuer Kräutertee zu.

‚Abwarten und Tee trinken‘ und das am liebsten bei einer frischen Tasse Kräutertee. Seit fast 40 Jahren heißt Kräuterexpertin, Ökotrophologin und Gastgeberin Monika Aigner vom Gesundheitshotel Kronenhof Erholungssuchende in ihrem Haus willkommen und teilt mit ihnen ihre Begeisterung für die Allgäuer Kräuterwelt.

Eine Wand voller Wildkräuter und Pflanzen und zwei Hände, die vorsichtig daran zupfen. Brennnessel, Holunderblüte, Mädesüß… „Ein Großteil des Tees, den unsere Gäste trinken, ist selbst gesammelt, getrocknet und gemischt.“, beginnt Monika, während sie zunächst die getrockneten Mädesüß-Blüten in eine Schale auf dem Tisch vor sich gibt. „Meine Teekräutermischungen setzen sich, stets aus einer Basisnote, einer Kopfnote und einer Herznote zusammen. Das Mädesüß ergibt hier beispielsweise die Herznote.“ Zu den Blüten folgt die Basisnote des Tees, die Brennnessel und Frauenmantel sowie Holunder als Kopfnote. Nun ist die Schale randvoll, aber das Gestrüpp ist doch noch nicht als Tee genießbar? Monika schüttelt lachend den Kopf: „Um genau zu sein schon, allerdings passt es so noch nicht in einen Teebeutel oder ein Teesieb. Wenn man es ganz meditativ und entspannt angehen möchte, kann man mit einer Schere alles zerkleinern. Wir nutzen dafür aber lieber unsere Küchenmaschine. Das geht viel schneller und wird auch um einiges feiner.“ Damit verschwindet Monika kurz und kommt einige Minuten später wieder mit dem feingemahlenen Detox-Tee zurück. Den gibt sie nun in ein hohes Einmachglas mit luftdichtem Verschluss. Fertig ist der hauseigene Detox-Tee!

Ein Allgäuer Kräutertee wird frisch zubereitet.

Zeit für eine kleine Kostprobe

Monika befüllt mit einem kleinen, speziellen Messlöffel ein wenig Tee in einen Teebeutel – mehr ist gar nicht nötig, da sonst der Geschmack schnell zu intensiv und überwältigend werden kann. Schnell verfärbt sich das heiße Wasser, nachdem Monika den Beutel in das Glas getaucht hat. „Der Tee kann nun ganz nach eigenem Geschmack ziehen, ich bevorzuge hier zwischen fünf und zehn Minuten. Gerne kann derselbe Teebeutel auch mehrfach aufgegossen werden und der Geschmack verändert sich jedes Mal.“

Zutaten für den Detox-Tee

  • 6 EL Brennessel als Basisnote
  • 2 EL Frauenmantel und 2 EL Holunder als Kopfnote
  • 1 EL Mädesüß als Herznote

Frauenmantel (wächst gleichermaßen in der Sonne und im Halbschatten, Blütezeit: Juni – Juli)

Mädesüß (wächst an Gräben und Bachufern, Blütezeit: Juni – August)

Holunder (wächst auf stickstoffhaltigen Böden, Blütezeit: Mai – Juli)

Brennnessel (wächst an Halb- bis schattigen Plätzen auf stickstoffhaltigen Böden, Blütezeit: März – Dezember)

Wann ist ein Tee ein Detox-Tee?

Das liegt hauptsächlich an den Zutaten: Im beschriebenen Tee wirkt beispielsweise die Brennnessel besonders entwässernd und stärkend für das Immunsystem. Der Frauenmantel ist, wie auch der Holunder, entzündungshemmend. Abgerundet wird die Mischung durch Mädesüß.

Allerdings ist auch nicht zu vergessen, wann und wie der Tee getrunken wird oder eher gesagt werden sollte. Für den maximalen Detox-Effekt ist eine beruhigende und stressfreie Umgebung notwendig. Nicht umsonst gibt es Sprichwörter wie „das schlägt einem auf den Magen“, die beschreiben, wie Stress sich in Form von körperlichen Beschwerden in Bauch und Körpermitte auswirkt. Besonders das Entschleunigende nimmt sich Monika bereits beim Trocknen der Pflanzen zu Herzen.

Allgäuer Kräuter mit getrockneten Kräutern.

„Manche Pflanzen trocknen schon innerhalb weniger Tage, aber bei dichteren Blüten kann es auch bis zu zwei Wochen dauern. Man könnte diesen Prozess dann mit einem Backofen oder Dörrautomaten beschleunigen, allerdings finde ich, dass sich das widerspricht. Immerhin handelt es sich um ein naturbelassenes Produkt. Ich sehe nicht ein, warum ich Energie einsetzen sollte, nur um etwas zu erreichen, was auch von selbst geschieht, wenn man ihm eben ein bisschen mehr Zeit lässt.“

Allerdings kann es so auch zum regelrechten Trocken-Stau kommen. Gerade zu Saison-Hochzeiten sind die Trocknungsschränke an der Tee-Station schnell vollständig ausgelastet. Dann kommen die im Ernährungsraum, der Hotellobby und im Trocknungsraum zum Einsatz. Ein netter Nebeneffekt: Es riecht stehts nach frischen Kräutern.

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Über die Autorin
Social Media und Content Managerin Yelena Glajcar im Porträt.

Yelena Glajcar

Die Poetin im Team setzt sich mit allen Themen auseinander, die Oberstaufen zu bieten hat. Als Content Managerin mit Schwerpunkt Social Media wittert sie überall eine gute Story, macht aus einfachen Themen besondere Geschichten in Wort und Bild – und weiß ganz genau, wie sie die Sehnsucht bei Fans und Followern weckt.