
Erfahrungen zur Schrothkur: Ein Gast berichtet
Stammgast Stefan erzählt von seiner Auszeit im Allgäu.
Von A wie ‚Auszeit vom Alltag‘ bis Z wie ‚zurück auf Null‘: Seit über 200 Jahren ist die Schrothkur ein Reset für Körper und Geist und Initialzündung für ein vitaleres Leben. Das Konzept des Naturheilverfahrens, benannt nach seinem Begründer Johann Schroth, basiert auf vier aufeinander abgestimmten Säulen.
So kam ich zur Schrothkur:
Erstmals von der Schrothkur erfahren habe ich von meinem ehemaligen Arbeitskollegen und gutem Freund Peter. Er ist regelmäßig nach Oberstaufen gefahren, hat die Kur gemacht und ist mir damit schon immer in den Ohren gelegen. Es hat dann aber doch noch vier bis fünf Jahre gedauert. Bis ich sagte „Gib mir die Adresse, ich fahre da jetzt mal hin und bilde mir mein Urteil“ – das war 1998. Seitdem fahre ich mindestens einmal im Jahr in das Kurheim der Familie Geissler.
Mein Geheimtipp für jeden Kuraufenthalt:
Ich muss offen gestehen: Vor meiner ersten Kur war ich noch nie im Allgäu, ich wusste also nicht wirklich, was mich erwartet. Umso größer war die Überraschung, als ich dann hier vor Ort war und Oberstaufen, in all seinen Facetten selbst entdecken durfte. Ich habe mich mit den Jahren durch die Region durchgearbeitet, war am Bodensee, in allen Städtchen und Orten rund um Oberstaufen, am Alpsee, …

Jetzt kenne ich meine Lieblingsspots und gehe inzwischen so vor: Ich mache schon aus der Anreise einen kleinen ‚Vor‘-Urlaub und fahre drei bis vier Tage vor Kurbeginn zu Hause los. Mit meinem Wohnmobil (der es übrigens auf das Google Maps-Bild vom Kurheim Geissler geschafft hat 😉) bin ich somit schon mal vor Ort, kann noch das ein oder andere Bergkäsebrot genießen und mich in Ruhe akklimatisieren. Wenn es dann weiter zu der Familie Geissler geht, stelle ich meinen Wagen vor dem Haus ab und weiß genau – der bleibt da stehen, bis es wieder nach Hause geht. Vor Ort bin ich nämlich nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Kurzum: Absolute Entschleunigung!
Das fiel mir besonders leicht bzw. schwer:
Als ich in die erste Packung gelegt und bis oben zugepackt wurde, dachte ich, „die wollen mich umbringen“. Während ich da also ziemlich wehrlos lag, wurde ich richtig kreativ und überlegte mir zahlreiche Ausreden, warum ich auf der Stelle abreisen müsste. Beim Mittagessen habe ich mich dann aber mit anderen Schrothlern ausgetauscht und konnte mir von den ‚Wiederholungstätern‘ ein paar Tipps einsammeln. Dadurch bestärkt habe ich der Packung am nächsten Morgen eine zweite Chance gegeben und siehe da: Der Schreck war weg und ich weiterhin da! Anschließend habe ich die vollen 14 Tage durchgehalten und am letzten Tag gleich für das Folgejahr gebucht. Tja und jetzt geht das schon seit 28 Jahren so… (lacht)

Was mir allerdings von Anfang an leichtgefallen ist, ist das ‚übersichtliche‘ Essen. Schlussendlich empfinde ich das als eine Einstellungsfrage. Man weiß schließlich von Anfang an, was auf einen zukommt. Die Familie Geissler ist bei der Ernährung den Grundprinzipien von Johann Schroth sehr treu: Am ersten Tag gibt es die traditionelle Pflaumensuppe, die ich tatsächlich ganz gerne mag. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass ich um die trockenen Aprikosen sowie die Haferschleimsuppe lieber einen großen Bogen mache… Dafür gibt es dann für mich einfach Möhrchen oder anderes Gemüse.
Diesen Personen empfehle ich die Kur:
Wenn ich mir unsere Gesellschaft anschaue, würde ich sagen, dass eine Schrothkur jedem guttun würde. Wir sind im Durchschnitt einfach ernährungsbedingt übergewichtig und bei der Kur wird innerhalb kürzester Zeit und auf dem natürlichsten Weg alles auf null gesetzt und ‚neu gestartet‘. Ein Beispiel gefällig? Während der Kur wird sehr leicht und ohne jegliche Gewürze wie z.B. Salz gekocht. Wenn man dann wieder zu Hause ist und in das erste Frühstücksbrot mit einer einfachen Scheibe Salami beißt, kommt einem die schon fast versalzen vor…

Darüber hinaus würde ich die Kur auch ganz bewusst nicht nur Personen empfehlen, die eventuell bereits gesundheitliche Probleme haben, sondern auch denen, die sich zunächst gar nicht angesprochen fühlen. Ich selbst habe, wie gesagt, meine erste Kur damals auch aus bloßer Neugierde angefangen. Ich war zwar übergewichtig und hatte Bluthochdruck, fühlte mich aber ansonsten kerngesund – die Ohren wurden mir dann bei der Eingangsuntersuchung langgezogen.
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Yelena Glajcar
Die Poetin im Team setzt sich mit allen Themen auseinander, die Oberstaufen zu bieten hat. Als Content Managerin mit Schwerpunkt Social Media wittert sie überall eine gute Story, macht aus einfachen Themen besondere Geschichten in Wort und Bild – und weiß ganz genau, wie sie die Sehnsucht bei Fans und Followern weckt.





