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Amrei Kommer
Mitarbeiterfoto Amrei Kommer

SAMMELN MIT KÖRBCHEN UND KÖPFCHEN

20.08.2022Vitales Leben
Fliegenpilz im Wald

Der Steinpilz gilt als einer der beliebtesten, denn er schmeckt angenehm nussig. Man kann ihn etwa zwischen Juli und November in Nadel- oder Mischwäldern finden.
Seinen Namen trägt er, weil vor allem die jungen Pilze sehr fest sind. Bei jungen Pilzen ist auch der braune gewölbte Hut heller als bei älteren. Aber aufgepasst: Der Steinpilz steht in Deutschland unter Schutz und darf deshalb nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. Außerdem sollte man bei der Zubereitung darauf achten, die Poren unter der Kappe zu lösen, da sich dort Ungeziefer sammeln könnte.

Der Pfifferling ist aufgrund seiner dottergelben Farbe meist leichter zu finden und sein Name deutet auf den leicht pfeffrigen sowie würzigen Geschmack hin. Er ist meist von Juni bis September in Laub- und Nadelwäldern zu finden. Die besten Chancen hat man nach besonders heißen und schwülen Tagen, wenn man am Fuße der Bäume im Moos sucht. Wenn man dann eine Stelle gefunden hat, hat man Glück, denn der Pfifferling wächst gesellig auf kleinem Raum.
Bei der Zubereitung sollte man beachten, dass Pfifferlinge nur bis zu zwei Tage im Kühlschrank gelagert werden können und der Stumpf und Stellen vorher entfernt werden.

Der Fliegenpilz (Pilz des Jahres 2022) ist, auch wenn er giftig und deshalb nicht zum Verzehr geeignet ist, die wohl bekannteste Pilzart. Der rote Hut mit den weißen Punkten ist unverkennbar.
Sein Gift ist aber nicht tödlich, sondern wirkt eher wie ein Alkohol-Vollrausch oder halluzinogen und auch Hautkontakt ist unbedenklich. Trotzdem sollte man dringend ein Krankenhaus aufsuchen oder den zuständigen Giftnotruf kontaktieren, wenn man doch einen gegessen hat.

Doch was ist beim Sammeln von Pilzen zu beachten? Hier haben wir einige Tipps aus dem Naturpark Nagelfluhkette für Euch: „Ab ins Körbchen...“

Vielerlei Pilze sind aufgrund des schwindenden Vorkommens geschützt. Aus diesem Grund darf man in Deutschland nur für den eigenen Bedarf und nicht mehr als zwei Kilo pro Kopf sammeln. Das erleichtert andererseits das Tragen im Korb und verhindert, dass die Pilze sich mit ihrem eigenen Gewicht zerdrücken.

Vor allem hier im Allgäu sollte man das Sammeln in den Dämmerungsstunden vermeiden, um störungsempfindliche Tiere nicht zu verschrecken. Im Vorarlberg gilt eine Richtzeit von 8.00 bis 17.00 Uhr.

Am besten geht Ihr mit einem Experten oder Sammler auf Pilzsuche. So vermeidet Ihr aus Versehen giftige Pilze zu sammeln, unabsichtlich die Pilze falsch zu entfernen oder dass der Natur außerhalb der Wanderwege unnötig auf der Suche geschadet wird. So schützt Ihr nicht nur Euch selbst, sondern auch den Naturpark mit all seinen Bewohnern.

„Ich sehe den Wald vor lauter Pilzen nicht.“ – Denn Pilze spielen in der Natur eine wichtige Rolle.

Im Kreislauf der Natur, sind die Pilze für das Recycling zuständig in dem sie organisches Material zersetzen und aufbereiten. Was man nämlich nicht sieht, ist das Pilzgeflecht in der Erde. Aus diesem Grund soll man Pilze auch vorsichtig herausdrehen oder bodennah abschneiden. Ein Pilzgeflecht kann nämlich bis zu tausend Jahre alt werden und sich über Hektar verteilen. Vorausgesetzt sie trocknen nicht an den abgeschnittenen Stellen aus. Sicherheitshalber kann man die entsprechende Stelle mit Laub und Erde bedecken oder das Loch zudrücken. Wenn man also eine abgelegene Stelle mit mehreren Pilzen findet, entdeckt man sie meist jedes Jahr. Trotzdem sollte man wachsam bleiben. Zum Trotz von Apps und Handbüchern, kann man sich auch mal irren.

Doch was macht der Pilz jetzt eigentlich genau im Wald?
Indem sie vertrocknete Blätter oder auf dem Boden liegende Früchte zersetzen, führen sie verschiedene Nährstoffe in den Boden zurück, die dann als Humus wiederum Pflanzen und Tiere nutzen. Deshalb sollte man auch alte Exemplare stehen lassen, da auch diese noch einen wichtigen Beitrag als Versteck oder Nahrungsquelle leisten und leicht zu Magenbeschwerden führen. So gesehen sind sie die „Ernährer des Waldes“.
Außerdem können einige Pilze eine sogenannte „Lebensgemeinschaft“ oder auch Symbiose mit Bäumen eingehen. So gehen die Wurzeln der Bäume mit den Pilzen eine Verbindung ein, bei der sie gegenseitig notwendige Nährstoffe mit dem Partner tauschen. Wenn man also Wurzeln ausgräbt, handelt es sich bei dem Pilzgeflecht nicht unbedingt um einen Pilzbefall.

Ihr möchtet noch mehr über Pilze erfahren? Dann besucht doch mal das Naturparkhaus und seine Ausstellung in Bühl am Alpsee!


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